Die Verkündung des Endes der Kult-Serie „24“ kommt für die Produzenten nicht überraschend - sie hatten zuvor mit einem anderen Sender verhandelt - und rechtzeitig bei mehreren Online-Magazinen Interviews gegeben. Eine Zusammenfassung der Aussagen.
Schon länger war klar, dass die Echtzeitserie „24“ in einer Kostenfalle gefangen war, die den Spielraum des Senders FOX für eine Verlängerung immer geringer werden ließ: Die Zuschauerzahlen waren zwar nicht dramatisch, aber doch beständig am Sinken, die Produktionskosten am Steigen. Und auch kreativ fiel dem Team der Serie nichts grundlegend neues mehr ein. Das ist die Kurzfassung der Gründe, warum nun das Ende von „24“ als Echtzeitserie nach der achten Staffel beschlossen wurde.
Werbeeinnahmen von 6 Millionen US-Dollar standen in der aktuellen Staffel Lizenzgebühren für FOX von 5 Millionen US-Dollar gegenüber. Eine Millionen Dollar „Gewinn“ hört sich zwar nach viel an, aber andere Serien haben größere Spannen, und natürlich müssen von diesem Geld auch die Betriebskosten des Senders bestritten werden. Darüber hinaus standen die Verträge der wichtigsten Beteiligten vor dem Auslaufen - Hauptdarsteller Kiefer Sutherland und Showrunner Howard Gordon sowie weitere Schlüsselfiguren - was vermutlich zu einem deutlich Anstieg der Kosten geführt hätte.
Trotzdem bot Serienproduzent 20th Century Fox TV dem Sender NBC eine geringere Lizenzgebühr an, die laut Hollywood Reporter lediglich 3,5 Millionen US-Dollar betragen haben soll. Dort rechnete man nach und lehnte schließlich ab.
Auch sei den Produzenten kreativ nichts wirklich Neues mehr eingefallen. Gewisse Situationen in der Serie wiederholten sich öfters, was vor allem mit dem Format der Echtzeitserie zusammenhing, die kreativ einige Beschränkungen auferlegte. In diesem Zusammenhang zeigt sich Darsteller-Produzent Kiefer Sutherland gegenüber Entertainment Weekly geradezu ekstatisch wegen der größeren Freiheit einer möglichen Kinofortsetzung.
Für die wird derzeit ein Drehbuch geschrieben. Die Handlung soll in Europa angesiedelt sein und ein 24-stündiger Tag von Jack Bauer darin in zwei Stunden Spielzeit abgehandelt werden. Was Jack Bauer eben auch mehr Gelegenheit zum Reisen gibt. Frühestens könnte solch ein Film laut Produzent Gordon wohl Anfang 2011 in die Kinos kommen. Es hänge aber auch zu einem Gutteil davon ab, ob Produzent Fox das Projekt überhaupt umsetzt.
Natürlich gäbe es aber auch die Möglichkeit, aus dem Echtzeitformat und der Serienwelt andere Fernsehprojekte zu machen, wozu es derzeit jedoch noch keine Pläne gäbe.
Wichtiger als diese Zukunftspläne sei es auch, die aktuelle Staffel ordentlich zu beenden. So sein die Autoren einige kreative Risiken eingegangen, die auch den Darstellern bisweilen viel abverlangt hätten und manchmal sogar geradezu „unangenehm“ waren. Die Handlung werde düster und komplex. Man habe sich bemüht, eine Handlung auf die Beine zu stellen, die der achten Staffel der Kult-Serie gerecht würde.
Über das geplante Serienende sagt Gordon: „Man kann es nicht allen Leuten immer recht machen. Bestimmt werden auch einige einen Schuh nach dem Bildschirm werfen, andere werden richtig wütend und wieder andere sagen, sie haben die letzten drei Staffeln gehasst. (...) Ich persönlich hoffe, dass die erste Reaktion der Zuschauer ist 'Irgendwie werd ich es schon vermissen'“.
Obwohl eine Reihe von Szenarien für das Serienende diskutiert wurden - vom zuckersüßen Happy End bis zu einer niederschmetternden Niederlage für Jack Bauer - kann wohl eins ausgeschlossen werden: Sterben wird Bauer nicht, denn Sutherland zieht es zur Kinoleinwand. Er erwartet sich daher auch vor allem, dass das Serienfinale diese Fortsetzung vorbereitet.
Quelle: CM Ausgabe233